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Deutsch2014

863 Eingerahmt von einer schweren Bergkulisse ist auf dem Talboden ein goldgelber Teppich aus Getreide ausgerollt. Eine paar ruppige Felsen durchbrechen den Teppich. Wie über einen Kraterrand hangeln wir uns die Serpentinen hinab. Irgendwo dort zwi- schen den leuchtenden Feldern muss Daves Haus stehen ... richtig! Da vorne rechts. Dave winkt uns und öffnet das Gatter. Eine wilde Meute Hunde schießt auf uns zu. „Die tun nix!“, rufe ich Diana zu und frage mich, ob die Hundchen noch die gleichen wie vor zwei Jahren sind. Dave Bird. Dem Namen nach hätte der Mann eher was mit Vögeln anfangen kön- nen. Aber sein Steckenpferd sind Hunde. Also Steckenhunde. Und Motorräder. Sein neuestes Schätzchen in der Garage ist eine CRF250. Und mit genau der wird er uns in den kommenden Tagen durch seine neue Heimat lotsen. Als britischer Gentleman lotst Dave uns erstmal an den Hunden vorbei in die Küche. Wir haben zwei Jahre Reiseer- lebnisse aufzuarbeiten und die Stories sowie das genüssliche Mittagessen von Daves Frau Juliet zu verdauen. Diana kommt auf das einschläfernde Tempolimit zu sprechen. „Ach,“ fragt Dave, „das wusstet ihr nicht? Die 70 sind aufgehoben.“ Mahlzeit! Auf den fünfzig Kilometern nach Gömbe ist das Tempolimit kein Problem mehr. Kurz hinter dem Dorf Kasaba beginnt die Strecke Höhenmeter zu fressen. Die haa- rigen Kurven mit dem Reibeisenbelag fressen die Reifen. Dafür ist der Grip vom Feinsten. Nach einer halben Stunde haben wir uns von Meereshöhe auf über 2000 alpine Meter hinaufgeschraubt. Das Meer ist inmitten der ungestümen Berglandschaft nur noch eine türkise Erinnerung, die bald durch ein neue Art von Blau abgelöst wird. Der Caybogazi- Stausee ist ein Farbwunder, das Netzhaut jubilieren lässt. Aber Dave hat einen ganz anderen See als im Sinn.

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