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Deutsch2014

654 Das Spannendste an der Hochfläche sind allerdings ihre Ränder, denn dort seilen sich kleine Straßen in die Täler ab, Straßen von alpiner Güte, oft rumpelig und kaum handtuchbreit, aber stets gesegnet mit einem fei- nen Ensemble von Kurven und Kehren. Das ideale Revier für unsere Sin- gles. Hier zählen nicht Leistung, sondern Agilität, ordentlich Dampf aus dem Keller, ellenlange Federwege und wenig Gewicht. Die dicke Ténéré ist schon fast einen Spur zu behäbig. Der Terra hingegen kann es gar nicht diffizil genug sein. Sehr beachtlich, wie die italienischen Techniker den sonst eher phlegmatischen 650er-BMW-Motor aufgepeppt haben. 59 PS, 180 Kilo, kurze Übersetzung und ein äußerst agiles Fahrverhal- ten, gewürzt mit einer Prise Super-Moto-Genen, verpackt im Kleid einer robusten Enduro ohne Firlefanz. Die Cevennen sind das ideale Terrain für die Terra. Und deshalb bleiben wir einfach noch ein Weilchen hier, vergessen den vagen Plan, doch noch ans Mittelmeer zu fahren. Ist bestimmt ohnehin viel zu warm und zu voll da unten. Viel lieber vergessen wir die Zeit, lassen es einfach laufen, dampfen kreuz und quer durch die Berge, ent- decken Pässe alpiner Qualität, von denn wir noch nie gehört haben und so düstere Orte, als sei deren Entwicklung im Mittelalter beendet worden. Und dümpeln über unzählige winzige, nahezu verkehrsfreie Straßen, nicht selten im Stadium der Renaturierung, die dem Erlebnis Cevennen ihr Sahnehäubchen aufsetzen. Erstaunlich, dass offenbar nur französische Motorradfahrer in den Cevennen unterwegs sind. Offenbar können all die anderen dem Reiz des Mittelmeers nicht widerstehen und brennen auf der Autoroute du soleil an den Bergen vorbei. Was uns nur Recht sein kann, denn so bleiben die Cevennen was sie sind: ein fast ideales Revier für die erste Motorradreise des Jahres.

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